Sonntag, 17. September 2017

3. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

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Zum Film | Zur Fotogalerie | Bis Anfang September 2017 dachte Graf Knyphausen, das ein vergittertes Fenster in der Vorburg zu einem Kriechkeller im Gebäude gehört. Als er den Keller dann einmal genauer in Augenschein nahm, stellte sich allerdings heraus, dass dieser ein ganz normales Fenster besitzt und die vergitterte Öffnung zu einem Raum gehören muss, den bisher niemand kennt.

Noch ein Geheimnis!

Also machte ich mich auf, einen Blick durch die mysteriösen mittelalterlichen Gitter zu werfen, was allerdings nicht ganz einfach war.
Bereits ein paar Wochen zuvor, unmittelbar nach dem Dreh des zweiten Teils dieser Filmreihe, machte ich selbst eine erstaunliche Entdeckung, die die vermeidliche Größe des verschütteten Kellers betrifft. Anhand baulicher Tatsachen lässt sich wohl erahnen, wie groß die Anlage ist, die wir in den kommenden Wochen ausgraben wollen ...

Montag, 4. September 2017

Freiburgs Tiefkeller und Geheimgänge

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Zum Film | Zur Fotogalerie | Die Freiburger Altstadt ist unterirdisch gespiegelt. Die Tiefkeller der historischen Stadt im Breisgau dienten nicht nur der kühlen Lagerung von Lebensmitteln, sondern auch dem Schutz und der Versorgung zu Belagerungszeiten. Komplette Straßenzüge (Tunnel) schlossen sich an die Tiefkeller an und sind teilweise bis heute erhalten geblieben. Dieser Bericht führt in den Geheimgang des Wenzingerhauses, die Tiefkeller des historischen Kaufhauses und in einen Tunnel unter dem AugustinerMuseum.

Sonntag, 20. August 2017

„Zum letzten Mal jetzt Knast“ – die alte Zelle im Norder Polizeikommissariat

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Zum Video | Zur Fotogalerie | Einladend wirkt die alte Zelle im Norder Polizei-Kommissariat am Markt 38 nicht – aber wenn man sie betritt und der Blick durch gitterloses Schutzglas auf die Ludgerikirche fällt, machen manch düstere Klischee-Vorstellungen einer gewissen Heiterkeit platz. Seit 1998 ist die alte Zelle der Norder Polizei nicht mehr im Dienst. Hier saßen die heimischen Langfinger, Trunkenbolde und andere zwielichte Gestalten 25 Jahre lang ein, bevor der Haftraum den aktuellen Sicherheitsbestimmungen nicht mehr genügte.

Ingo Brickwedde, Leiter des Kommissariats Norden, und Reinhard Simmuteit öffneten mir im Juni 2014 diesen verborgenen Ort und hatten eine Menge zur Geschichte Ihrer Dienststelle, die am 17. Januar 1982 in das ehemalige Finanzamtsgebäude einzog, zu erzählen. Zunächst aber, als die schwere Zellentür entriegelt wurde, eilten Kollegen aus den umliegenden Büros herbei, um auch einmal einen Blick in den sonst verschlossenen Raum werfen zu können.
Die Zelle ist durchgehend in Türkis gestrichen, zwei große helle Fenster lassen eine Menge Licht in den sterilen Raum. „Zuletzt genügte die Zelle nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen,“ so PK-Leiter Ingo Brickwedde. „Auch war der Weg vom Markt 10 - der Polizeidienstelle, bis zum Markt 38 - dem Kommissariat, quer über den Marktplatz, nicht wirklich von Vorteil.“
Die Beleuchtung des Haftraums ist hinter einem Sicherheitsglas in der Wand eingelassen, der Heizkörper gleichermaßen durch eine Platte geschützt - in der Wand versenkt - zur Sicherheit, damit sich kein Insasse an Teilen zu schaffen machen, oder an Kanten verletzen konnte. Eine Klingel, die im Übrigen noch funktioniert und beim testhalber Betätigen für verwunderte Aufmerksamkeit am Ende des Klingeldrahtes sorgte, diente der Kommunikation im Notfall.

Einziges unverrückbares Möbel, hier im alten Norder Knast, ist eine Holzkiste im Form eines Bettes. Sie bot den Häftlingen die Möglichkeit sich in dessen Holz für alle Zeiten zu verewigen und späte Erkenntnisse wie etwa: „Bankraub lohnt nicht“, für die Nachwelt zu hinterlassen. Aber nicht alle Spitzbuben waren einsichtig, wie der Spruch „Einbrüche lohnt sich“ belegt. Ob der Gesetzesbrecher, der „Zum letzten Mal jetzt Knast“ in das Holz ritzte, später vielleicht doch noch mal hier verweilte, wer weiß


Bevor die Norder Gauner in diesem ausbruchssicheren Raum saßen, wurden hier die Finanzen der Stadt verwaltet. Vom Finanzamt zur Zelle - und das nach einer wirklich langen Zeit der Gastlichkeit - des ursprünglichen Hotel-Restaurants Weinhaus, welches seit dem Jahr 1539 über 260 Jahre beliebter Treffpunkt der Norder war und Auswärtige beherbergte. Kein Wunder, dass manch ein Trunkenbold hier viel später noch seinen Rausch ausschlief – in einer Zelle, die vor langer Zeit als Fremdenzimmer diente, während noch Pferdekutschen durch die Norder Straßen fuhren. Doch nun hat die Gastlichkeit vorerst ein Ende, denn heute dienen vier modernere Zellen als Unterbringung der Straftäter - in der Polizeidienststelle auf der anderen Seite des Marktes.

Sonntag, 13. August 2017

2. Teil - Das Geheimnis im Lütetsburger Schloss

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Zum Video | Zur Fotogalerie | Nachdem wir am 21.06.2017 zunächst mit einer Endoskopkamera einen ersten Blick in den seit über 250 Jahren zugemauerten Eingang der Vorburg von Schloss Lütetsburg warfen, öffneten wir am 12.08.2017 das erst kleine Loch weiter, um einen genaueren Eindruck von dem zu bekommen, was sich hier hinter den dicken Mauern verbirgt.
Während wir drei weitere Reihen der Steine abtrugen und das Erdreich im Innern entfernten, stießen wir auf einige Funde, wie die Stücke einer Tonpfeife, einen kleinen Tierschädel, Knochen, Baumaterial und die Hälfte eines Sandsteintürrahmens, der kunstfertig von Steinmetzen verziert wurde.




Die Arbeit über das Boot weiterzuführen, war mühselig – zumal wir einen großen Teil der Erde an Land schafften, um sie später auf der Suche nach weiteren kleineren Fundstücken zu sieben.
Wir mussten uns also Gedanken machen, wie wir die Grabung beschleunigen und vereinfachen könnten. Wie das genau ablaufen wird und was wir bezüglich der Größe der verschütteten Räume herausfanden, veröffentlichen wir in Kürze.

Sonntag, 6. August 2017

Tod im Melaten-Bunker

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Zur Fotogalerie | Zum Film | Im dichten Gestrüpp, unsichtbar für die Besucher des Kölner Melatenfriedhofs, liegt der Eingang zu einem unberührten Kriegsschauplatz. Efeu hängt herunter und auf den Treppenstufen, die hinab in die Tiefe führen, hat sich eine dicke Schicht Moos und Erde niedergelassen. 
 
Hier geht es in eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg, die eingewachsen und vergessen, eine tragische Geschichte erzählt und „unberührte“ Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt.
Ein langer gewölbter Gang erstreckt sich vor mir – ein Gang, der am 31. Oktober 1944 während eines Bombenangriffs eine Zuflucht-suchende Hochzeitsgesellschaft direkt in den Tod führte. Über 100 Menschen trafen sich an jenem Tag, um mit dem glücklichen Hochzeitspaar zu feiern – dann plötzlich: Fliegeralarm.



Wahrscheinlich fühlte sich die Hochzeitsgesellschaft in den kurzum aufgesuchten Schutzräumen sicher. Doch weit gefehlt. Eine Fliegerbombe traf genau auf einen schwachen Punkt des Bunkers: den Luftschacht. Ihre Zerstörungskraft riss ein Loch in den massiven Beton und die Druckwelle der Detonation zerriss die Lungen aller Anwesenden auf der Stelle. Keiner überlebte.
Noch heute zeugt ein halb verschütteter Nebenraum von dem Unglück. Inmitten der Anlage sind die Trümmer des Einschlags nie beseitigt worden – alles scheint vollkommen unberührt. Doch nicht nur die Trümmer des Bombeneinschlags findet man hier unten. Zwei Spinte wurden in den 40er Jahren zu Aktenschränken umfunktioniert, um Totenscheine und Dokumente des Leichenfuhrwesens zu bewahren. Die Spinte stehen offen und ein großer Teil der Papiere bedeckt den Boden um sie herum.

Sonntag, 9. Juli 2017

Der Zeitreise-Bäcker

https://youtu.be/ORGsNVDL9Os


Zum Video | Zur Fotogalerie | In der beschaulichen Kleinstadt Norden, an der ostfriesischen Küste, sorgt Familie Gerdes in der dritten Generation für Brot und Gebäck. Doch die Bäckerei und Konditorei in der Norder Innenstadt ist nicht wie andere ihres Fachs – denn Heino und sein Sohn Jelto sind „Zeitreise-Bäcker“ ...

Jetzt werden sich manche in der Backstube umsehen und nach einer auffälligen Maschine suchen, aus der Schläuche, Drähte und Blitze zucken - doch weit gefehlt - hier steht keine Zeitmaschine. Vielmehr ist die Betriebsstätte der Familie eine Zeitkapsel. Denn seit Jelto Gerdes Großeltern die Bäckerei im Jahre 1929 übernahmen, hat sich hier nicht viel verändert. Hier lebt das alte Handwerk fort – lebendig, wie eh und je.
Wenn Jelto und seine Schwester Eske morgens um drei beginnen die Brötchen und Brote für den nahenden Morgen zu backen, beginnt die Zeitreise. Zunächst rückwärts – in die Vergangenheit. In eine Zeit vor der Moderne.
Mit Ruhe und erfahrener Gelassenheit scheint man hier noch nie etwas von „Stress“ gehört zu haben. Auch, wenn es teils zügig gehen muss, damit Kneten, Formen, Gehen und Backen nicht aus dem Takt geraten und ein gelungenes Brot garantieren.
So wie Heino und Jelto nur Biomehl ohne Zusatzstoffe verwenden und immer auf der Suche nach spannenden neuen Zutaten sind, so gehen die Brote hier in Weidenkörben statt in Kunststofformen. Brot muss gesund sein. Auch Industriesalz kommt nicht in den Teig. „Meersalz ist viel gesünder“, sagt Jelto.



Streift man weiter durch die Bäckerei, gibt es überall etwas zu entdecken, das an die ferne Vergangenheit erinnert. Hier wird sauber gehalten, statt neu gestrichen. Hier wird Altes bewahrt, auch wenn es nicht mehr Teil des täglichen Bedarfs ist. Hier wird Geschichte gelebt.
In der Mehlkammer unter dem Dach werden die Säcke tatsächlich noch mit einem Flaschenzug durch den Dacheinstieg geladen. Der Flaschenzug ist zwar heute elektrisch betrieben, aber dennoch: Die Tradition bleibt erhalten.
Familie Gerdes liebt das gesunde Brot mehr als das Portemonnaie. Hier beginnt die Zeitreise in die Zukunft: eine Zukunft, in der Ideale vor dem „alles verschlingenden Wachstum“ kommen. Wo der Kunde zählt – und das kleine Glück. Beim Zeitreise-Bäcker in Norden.

Sonntag, 25. Juni 2017

1. Teil – Das Geheimnis im Lütetsburger Schloss

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Zum Video | Zur Fotogalerie | Wie man auf einer alten Zeichnung im Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg schätzungsweise seit über 250 Jahren verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.

Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt und so lud er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den Eingang freizulegen.
Am Mittwoch den 21.06.2017 um 15:00 Uhr, fuhren wir mit einem Boot zum besagten Eingang, bohrten zunächst ein Loch an oberster Stelle des Mauerwerks und schauten mit einer Endoskop-Kamera hinein. Der Bohrer der Maschine kam spielend leicht durch den alten Mörtel, aber das Loch gab keinen Blick ins Innere frei, sodass wir zunächst einen ganzen Stein aus dem Gefüge trennten, um mehr sehen zu können.



Nun stellte sich heraus, dass der Raum, der sich hier verborgen hielt, mit feiner Erde aufgeschüttet wurde (Kelleranlagen, die verschlossen werden, erhalten auf diese Weise eine höhere statische Stabilität). Was wir nun erkennen konnten, war eine Gewölbedecke in bestem Zustand, die im Bereich des Eingangs ungefähr 50 cm ins Innere führte und dann in einer Öffnung nach oben hin endete, welche ebenfalls mit Erdreich aufgefüllt war.
Der oberste Teil des geheimen Raumes war allerdings nicht bis an die Decke gefüllt, was sicherlich damit zu tun hatte, dass wenn man den Raum von oben mit Erde aufschüttet, man schlecht um eine Ecke herum auch weiterführende Flächen komplett füllen kann. Eine andere Erklärung wäre, dass das Erdreich über die vielen Jahre versackte und so diesen Raum zwischen Schüttgut und Gewölbe freigab.
Um einen noch besseren Einblick erhalten zu können, entfernten wir noch weitere Steine und gruben uns mit einer Schaufel so tief hinein, wie es unter den Umständen möglich war. Das Ende des Raumes oder Ganges ließ sich dadurch nicht erahnen, jedoch, dass sich hier eine komplette Öffnung und Freilegung lohnt - wie Graf Knyphausen in diesem Moment beschloss.
Zunächst wurde das freigelegte Loch provisorisch wieder verschlossen. Der genaue Termin der kompletten Öffnung steht noch aus. Weiteres folgt im Juli/August 2017.